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76 % der jungen Athleten wurden schon einmal wegen schlechter Leistung diszipliniert.

Sie fühlen sich unter Druck.

Das finde ich ziemlich erschreckend.

Doch wer ist der Übeltäter und von wem kommt der Druck?

Das „Yellowbrick Treatment Program“ interessierte sich für genau diese Frage und hat 1’000 Amerikaner im Rahmen ihrer „Pressure & Youth Sports Study“ zu diesem Thema befragt. An der Befragung nahmen jugendliche Athleten und ehemalige Athleten teil, welche die Situation rückblickend betrachtet haben.

Am Drücker

Am häufigsten kommt der Leistungsdruck vom Coach!

42 % der jungen Athleten fühlten sich vom Coach unter Druck gesetzt. Das war für mich doch ziemlich überraschend. Dass es Trainer gibt, die ihre Athleten unter Druck setzen ist kein Geheimnis. Zweiundvierzig Prozent finde ich jedoch einen sehr hohen Wert.

27 % gaben an, dass sie von ihren Freunden unter Druck gesetzt wurden. Auch das ist eine beachtliche Zahl.

Den Aussagen nach zu urteilen scheinen Väter ehrgeiziger als Mütter zu sein, wenn es um die Leistung geht. 31 % der jungen Athleten fühlten sich vom Vater und 6 % von der Mutter unter Druck gesetzt.

Abhängig vom Alter nahm auch der Druck zu.

Unterstützer

Kaum überraschend ist die Tatsache, dass die Eltern die wichtigsten Unterstützer sind. Bei 32 % der jungen Athleten ist die Mutter und bei 31 % der Vater der wichtigste Supporter.

Für 19 % der Befragten ist es der Coach (Trainer). Weitere 13 % sahen diese Rolle bei Freunden.

Eltern und Trainer tragen eine grosse Verantwortung, wenn es um die Entwicklung von jungendlichen Athleten geht. Vor allem, wenn die sportliche Aktivität über das Juniorenalter hinausgehen soll.

Interessant ist die Tatsache, dass sich die jungen Athleten der Generation Y (Jahrgang 1981-2000) zehnmal häufiger von der Mutter unter Druck gesetzt fühlten als die Baby Boomer (Jahrgang 1946-1964).

Was die Gründe dafür sind, wurde in der Studie nicht untersucht.

Hier  findest du eine coole Infografik zu der Studie, die dir einen guten Überblick gibt.

Leistungsdruck

Druck gehört zum Sport wie das Amen in der Kirche.

Jeder Athlet hat Erwartungen an sich selbst und setzt sich auch dementsprechend unter Druck. Der eine mehr, der andere weniger. Abhängig von den Zielen und der Persönlichkeit.

Wird jedoch unnötiger Leistungsdruck aus dem Umfeld erzeugt, wirkt sich das negativ auf junge Athleten aus.

Natürlich gibt es Sportarten wie Synchronschwimmen, Kunstturnen oder rhythmische Sportgymnastik, in denen die Weichen schon früh gestellt werden. Dort werden in jungen Jahren schon beachtliche Trainingspensen absolviert.

Umso wichtiger scheint es mir, dass dort kein unnötiger Druck ausgeübt wird.

Unerfüllte Eltern- und Trainerträume können einen Athleten direkt in den Abgrund manövrieren.

Fazit

Machst du diesen einen Fehler und setzt deinen Athleten unnötig unter Druck?

Unnötiger Druck vom Umfeld und disziplinarische Massnahmen bei Misserfolg führen in den seltensten Fällen zum Ziel.

Natürlich gibt es Kulturen, in denen Disziplin und Strafe ein ausgewiesenes Erfolgsrezept ist. Der Stärkste überlebt. Alle anderen gehen zu Grunde und bleiben auf der Strecke.

Ich bezweifle jedoch, dass diese Methode in unserem Kulturkreis von Erfolg gekrönt ist.

Mit einer guten Unterstützung und einem motivierenden Coaching steigt die Wahrscheinlichkeit, dass …

  • Athleten mit Spass
  • Erfolg haben und
  • über das Juniorenalter mit dem Sport verbunden bleiben.

Selbst wenn sie den Weg zum Profi oder an die Weltspitze nicht schaffen.

Spitzensport ist kein Ponyhof. Das ist auch den jungen Athleten bewusst. Ihre Träume sollen sie dennoch leben.

Und das ohne Druck. Wie weit sie dann der Weg führt, kann man vorher nicht wissen.

Als Supporter junger Athleten – ob als Eltern oder Trainer – sollten wir jungen Athleten ein Umfeld schaffen, in dem sie sich entwickeln und ihre Träume leben können.

Wo setzt vielleicht auch du deine Athleten zu sehr unter Druck – vielleicht ohne es zu wollen? Und wie könntest du es anders machen?

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin