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Es hängt von dir selbst ab, ob du deinen Kopf als Bremsklotz oder als Gaspedal nutzen willst. – Martin Feigenwinter

Dein Körper ist die Hardware respektive der Motor deiner Leistung. Nicht jeder hat den gleichen Motor und die gleiche Hardware. Manche Motoren arbeiten gut auf engstem Raum, andere brauchen viel Platz und eine gute Lüftung. Vom hochtourigen über das niedertourige Modell bis zum Turbolader findest du so ziemlich alles in der Sportwelt. Am richtigen Ort eingesetzt, hat jede Hardware ihre Stärken.

Dein Körper ist die Hardware und der Motor, mit dem du deine Leistungen erzielst.

Im Idealfall kannst du deine Hardware zu jedem Zeitpunkt optimal ansteuern, damit diese das tut, was du willst.

Dafür brauchst du eine gut funktionierende Software.

Es gibt nichts Schlimmeres als Software, die immer wieder Aussetzer hat und dir einen Bluescreen zeigt. Wie lange würdest du das bei deinem Computer mitmachen?

Nicht lange!

Wie kommt es dann, dass du bei deiner Software die Bluescreens akzeptierst?

Deine Software: deine Psyche

Diverse Faktoren haben einen Einfluss auf deine Leistungsfähigkeit. Deine Software als Ganzes wird als Psyche bezeichnet. Die verschiedenen Faktoren deiner Psyche wirken nicht isoliert, sie stehen in einer Wechselwirkung zueinander. D.h., jeder Faktor kann den anderen positiv wie auch negativ beeinflussen.

Technische Daten

  1. Deine Gedanken/dein Denken
  2. Deine Emotionen
  3. Deine geistige Spannung
  4. Deine Körperhaltung
  5. Deine bewussten Motive
  6. Deine unbewussten Motive
  7. +n Sieg oder Niederlage

Wechselwirkungen Sieg oder Niederlage

1. Deine Gedanken

Irgendetwas geht dir immer durch den Kopf. Gedanken kannst du nicht abstellen, doch du kannst sie in die richtigen Bahnen lenken oder ignorieren.

Was und wie du denkst, beeinflusst deine Leistung.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
– Aus dem Talmud

Negative Gedanken und Zweifel sind Gift, die sehr schnell über Sieg oder Niederlage entscheiden. Mit negativen Gedanken und Zweifeln bremst du dich aus, bevor der Startschuss fällt. Mit einer „ruckelnden“ Software bringst du auch deinen Motor zum Stottern.

2. Deine Emotionen

Emotionen fokussieren deine Aufmerksamkeit, beeinflussen dein Denkvermögen und wirken sich auf deine körperlichen Funktionen wie zum Beispiel deine Herzfrequenz aus.

Die Wettkampfangst ist ein typisches Beispiel für eine Emotion, bei der körperliche und mentale Prozesse gekoppelt sind und einen massiven Einfluss auf deine Leistung haben. Du bist beispielsweise blockiert (Bluescreen) und sagst: „Ich bin wie gelähmt.“ Das gilt natürlich nicht nur für die Angst.

Eine Emotion respektive ein Affekt ist eine Reaktion auf eine bestimmte Situation oder ein Objekt.

Jede deiner Erfahrungen ist mit einer Bewertung im emotionalen Erfahrungsgedächtnis abgelegt. Diese werden nach einem einfachen Prinzip bewertet: Die Erfahrung war gut für dich, dann wird diese mit einer positiven Emotion (Affekt) in deinem „Belohnungssystem“ gespeichert. War es eine schlechte Erfahrung, hinterlässt diese eine negativen Emotion im „Bestrafungssystem“.

Emotionen sind Bewertungen, die dir helfen, schnell und richtig zu reagieren. Schau dir dazu auch diesen Artikel an.

Im Vergleich dazu ist ein Gefühl eine Emotion mit einer bewussten Bewertung. Wie zum Beispiel Enttäuschung, Missgunst, Freude etc. Diese kannst du in Worte fassen und gut einordnen.

Emotionen sind wichtig für Entscheidungen und das Zusammenspiel mit den anderen Faktoren deiner Software. Emotionen haben im Gesamtgefüge einen erheblichen Einfluss auf Sieg oder Niederlage.

In einer einzigen Golfrunde stolpert man durch jede menschliche Emotion – Freude, Verzweiflung, Grössenwahn und Demütigung. – Will Smith

3. Deine geistige Spannung

Für Top-Leistungen brauchst du das richtige Erregungsniveau und die optimale geistige (und körperliche) Spannung. In der Sportpsychologie werden dafür zwei Begriffe verwendet.

  • Optimaler Leistungszustand (OLZ)
  • Idealer Leistungszustand (ILZ)

Nicht jeder Sportler und jede Sportart braucht das gleiche Erregungsniveau. Ein Schütze wäre mit dem Erregungsniveau von einem 100-m-Sprinter auf verlorenem Posten und umgekehrt.

Zudem sind Athleten individuelle Persönlichkeiten mit ihren speziellen Vorlieben. Jeder braucht sein ideales Erregungsniveau. Der eine konzentriert sich vor dem Wettkampf und schottet sich ab, der andere ist locker und macht noch Witze vor dem Start.

Der optimale Leistungszustand ist eine individuelle Grösse. Bist du zu erregt oder zu lahm, dann kannst du deine Hardware nicht wie gewünscht ansteuern. Sieg oder Niederlage? Die Top-Leistung bleibt dann Wunschdenken, weil dein Motor nicht auf Touren kommt.

4. Deine Körperhaltung

Körperhaltung = Software? Ja!

Deine Körperhaltung beeinflusst deine Stimmung und deine Emotionen. Deshalb gehört sie auch auf den Steuerungschip deiner Software. Dein Embodiment ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, deine Stimmung zu beeinflussen. Dazu brauchst du nur deinen Körper. Schau dir dazu unbedingt diesen Artikel an.

Wie läufst du herum, wenn du unsicher oder frustriert bist? Was passiert mit deiner Körperhaltung, wenn du einen guten Tag hast und von dir überzeugt bist? Bemerkst du den Unterschied?

Du kannst selber einschätzen, welche Haltung für eine Top-Leistung besser geeignet ist. Wenn du wie ein Nussgipfel am Start stehst oder aufrecht mit einer Haltung stolz wie Oskar?

Entscheide selber, was gut für dich ist.

5. Deine bewussten Motive

Bewusste (explizite) Motive sind eng mit deinen Zielen und Erwartungen verbunden. Sie gehören zu deinem Selbstkonzept. Hast du beispielsweise das Ziel, 1000 m in 2:30 zu laufen oder in zwei Jahren an der Junioren-Europameisterschaft teilzunehmen?

Bewusste Motive sind kurzfristige Reaktionen auf bestimmte Situationen.

Im Idealfall stimmen deine Ziele und Erwartungen mit deinen unbewussten Motiven überein. Wenn deine Software in diesem Bereich optimal aufeinander abgestimmt ist, läuft dein Motor wie geschmiert.

Ziele, die von deinem Unbewussten nicht unterstützt werden, wirst du kaum erreichen. Die Niederlage wird zum Programm. Dann lohnt sich die Frage: „Sind das wirklich meine Ziele? Oder die von meinen Eltern/von meinem Trainer?“

6. Deine unbewussten Motive

Unbewusste Motive werden durch Bedürfnisse und/oder bestimmte Situationsmerkmale ausgelöst. Hast du beispielsweise das Bedürfnis, besonders gute 1000 m zu laufen, dann wirst du dich mehr anstrengen. Das Motiv verbindet dein Bedürfnis, etwas Besonderes zu leisten, mit einem konkreten Verhalten – einer gute Wettkampfvorbereitung – zur Befriedigung. Das geschieht spontan, ohne dass dir das bewusst ist.

Dabei werden nebst deinen Bedürfnissen auch deine Erfahrungen aus vorhergehenden Wettkämpfen berücksichtigt. Z.B. wo und wann du ein Bedürfnis schon befriedigen konntest und welches Verhalten dafür geeignet war.

Eine spezifische Situation und/oder ein Bedürfnis können demzufolge ein Motiv aktivieren.

Unbewusste Motive sind Erfahrungsnetzwerke, die dein Verhalten aufgrund deiner persönlichen Erfahrungen lenken.

Deine Wahrnehmung, dein Erleben und dein Denken werden entscheidend von deinen unbewussten Motiven beeinflusst. Je stärker ein Motiv ausgeprägt ist, desto mehr beherrscht es dich und bestimmt dein Verhalten. Denn es möchte befriedigt werden. Das geschieht unbewusst.

Unbewusste Motive sind ein wichtiger Bestandteil deiner Psyche. Kennst du deine unbewussten Motive, dann kannst du deine Software noch besser abstimmen und deine Hardware gezielter ansteuern.

Bewusste und unbewusste Motive können miteinander im Konflikt stehen.

Du denkst vielleicht explizit (bewusst), dass du schnelle 1000 m laufen solltest. Unbewusst ist dir das nicht so wichtig, weil dir das Taktieren und die Machtspiele mit deinen Gegnern viel wichtiger sind. Es kann sogar sein, dass sich dein Körper mit „Bauchschmerzen“ meldet, wenn du dich verpflichtet fühlst, eine schnelle Zeit zu laufen und dein Unbewusstes das gar nicht will. Dieser „innere Stress“ wäre ein klares Zeichen für einen Motivkonflikt.

Wenn du keine geeigneten Strategien hast, diese Konflikte zu lösen, kann dies zu Problemen und Leistungseinbussen führen.

Die Frage nach Sieg oder Niederlage musst du dir dann nicht mehr stellen. Das erledigt sich dann von selbst.

7. +n Sieg oder Niederlage

Ich sehe gerade das Fragezeichen in deinen Augen!

+n – was soll das denn? Ganz einfach: Der siebte Faktor, der über Sieg oder Niederlage entscheidet, ist die richtige Kombination der anderen sechs.

Deine Psyche ist eine hochkomplexe Software mit diversen Faktoren, die sich auf unterschiedlichste Weise beeinflussen. Positiv wie auch negativ. Vieles davon läuft unbewusst ab und steuert deine Hardware.

Für Top-Leistungen müssen Software und Hardware auf dem neusten Stand und optimal aufeinander abgestimmt sein.

Das heisst:

Deine Hardware entwickelst du mit physischem Training weiter. Mit sportpsychologischem Training versorgst du deine Software mit regelmässigen Updates. Zu guter Letzt stimmst du Software und Hardware immer wieder aufeinander ab.

Dann läuft dein Motor wie geschmiert, weil er perfekt trainiert ist und immer optimal angesteuert wird.

Wenn du das eine oder andere vernachlässigst, kann es ein, dass deine Leistung ins Stottern kommt. Das ist ziemlich lästig, oder?

Wie schätzt du deine aktuelle Situation ein?

  • Trainierst du deine Software (Psyche) und Hardware (Körper) gleichermassen?
  • Sind diese optimal aufeinander abgestimmt?
  • Kannst du deine Hardware immer optimal ansteuern?
  • Kannst du deine Leistung abrufen, wenn es zählt?
  • Ist es dir schon häufiger passiert, dass du bei einem wichtigen Wettkampf einen „Bluescreen“ (Blackout) hattest?

Fazit

Wenn du nur einseitig deinen Körper trainierst und deine Psyche (Software) vernachlässigst, nutzt du deine Möglichkeiten nicht optimal.

Hardware und Software müssen optimal aufeinander abgestimmt werden. Deine Psyche und deine mentalen Fähigkeiten solltest du genauso gewissenhaft wie deinen Körper trainieren, damit deine Hardware in jeder Situation zuverlässig funktioniert.

Es ist erstaunlich, was uns alles durch den Kopf geht, wenn wir bemerken, dass wir ihn verloren haben. – Ernst Ferstl

In die Software zu investieren, zahlt sich langfristig aus.

Bist du bereit, in deine Software zu investieren, damit du deinen Kopf zuverlässig als Gaspedal nutzen kannst? Ja?

Dann freue ich mich auf deine Nachricht. Ich unterstütze dich gerne dabei.

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Ich bin übrigens der Meinung, dass mit dem Unbewussten im Boot alles ein wenig besser geht.
PPS: Und wenn Psyche und Körper optimal aufeinander abgestimmt sind, geht es noch besser.

 

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