Im Sport ist es wichtig, sich zu trauen, über die eigenen Grenzen zu gehen. Ich war oft in meiner Karriere vor so einer Entweder-oder-Entscheidung – entweder ich liege draußen oder gewinne den Gesamtweltcup. – Marcel Hirscher

Die Aussage von Marcel Hirscher hat es in sich. Man soll …

  • gute Entscheidungen treffen
  • sich selbst vertrauen
  • mutig sein
  • über die eigenen Grenzen gehen
  • am Tag X bereit sein
  • die Leistung am Tag X abrufen

Dazu braucht es persönliche und mentale Stärke.

Als Trainer willst du deine Athleten so weit bringen, dass sie ihr Leistungsvermögen am Tag X abrufen können. Dabei geht es nicht nur darum, die physischen und technischen Fähigkeiten zu entwickeln.

Auch die persönliche und mentale Stärke beeinflusst die Leistung am Tag X.

Heute habe ich 9 Buchtipps (* = Affiliatelink/Werbung) für dich, die dir dabei helfen, deine Athleten auch mental zu unterstützen.

Machen Sie doch, was Sie wollen


Machen, was du willst, kannst du nur, wenn du in der Lage bist, gute Entscheidungen zu treffen. Jede Entscheidung für etwas ist auch eine Entscheidung gegen etwas.

Das gilt für dich wie auch für deine Sportler.

Maja Storch zeigt anhand von ihrem Strudelwurm auf lustige Weise, was es für ein selbstbestimmtes Leben und gute Entscheidungen braucht. Natürlich spielt auch das Unbewusste eine tragende Rolle, wenn du Entscheidungen triffst.

Ich habe das Buch* mit einem Lächeln auf dem Gesicht gelesen und verschenke es immer wieder gerne.

Alle streben nach der „richtigen Entscheidung“. Viel wichtiger als die „richtige Entscheidung“ ist eine Entscheidung!

Leiden im Licht 


Benjamin Steffen und Christof Gertsch erzählen die Geschichte von Ariella Kaeslin, die mich sehr bewegt hat. Jugendliche Athletinnen, deren Persönlichkeit noch nicht gefestigt ist, können sich gegen äussere Einflüsse, Trainer und psychischen Druck nicht oder nur ungenügend zur Wehr setzen. Athletinnen werden verheizt und es tun sich tiefe Abgründe auf.

„Leiden im Licht“* sollte jeder Trainer lesen, der in den typischen „Kindersportarten“ unterwegs ist, bei denen schon früh Höchstleistungen gefordert werden. Auch als Mutter oder Vater profitierst du von Ariellas Geschichte, weil sie deine Wahrnehmung verändert.

Ein bewegendes Buch, das Abgründe aufzeigt, ohne anzuklagen.

Eltern und Trainer, die ihre unerfüllten Wünsche durch ihre Kinder verwirklichen wollen, können diesen viel Schaden zufügen.

Was für Mechanismen wirken und wie du diese erkennst, liest du in meinem Artikel „Die nackte Wahrheit: Wie unerfüllte Elternträume Athletinnen in den Abgrund treiben“

Ich pack’s

Pubertiers sind schwierig und aufmüpfig. Den grössten Stress haben sie jedoch mit sich selber. Ihr Gehirn gleicht einer Baustelle, die wegen Bauarbeiten immer wieder teilweise oder ganz gesperrt ist. Ängste und Überforderung sind an der Tagesordnung. Nicht nur für den Jungendlichen. Auch Trainer und Eltern werden in diesem Prozess bis aufs Äusserste gefordert.

Im Theorieteil von „Ich pack’s“* zeigt Maja Storch den Prozess der Identitäts- und Persönlickeitsentwicklung sehr anschaulich und verständlich auf. Das fördert das Verständnis.

Das ZRM (Zürcher Ressourcen Modell) Selbstmanagement Training im Praxisteil unterstützt dich und deine Jungendlichen dabei, ihre Ziele im Auge zu behalten. Mit einem gelungenen Selbstmanagement und mit dem Unbewussten im Boot können sie diese schwierige Zeit besser bewältigen.

Psychologie im Jugendsport*

Der Sportpsychologe Sigurd Baumann hat mit „Psychologie im Jugendsport“* einen wertvollen Ratgeber für Trainer und Betreuer im Jugendsport geschrieben.

Die zentralen Themen der Pubertiers wie Identitätsfindung, Probleme mit den körperlichen Veränderungen, Umbau des Gehirns und die Motivation der Jugendlichen werden dabei gut beleuchtet.

Sigurd Baumann fördert das Verständnis für die Sorgen und Nöte von Pubertiers im sportlichen Umfeld und gibt wertvolle Tipps, wie du den Entwicklungsprozess deiner jugendlichen Athleten als Trainer oder Betreuer in deinen verschiedenen Rollen unterstützen kannst.

Als Vorbild und Vertrauensperson trägst du eine grosse Verantwortung. Auch Eltern profitieren von diesem Buch.

Übrigens, warum Nachwuchstrainer die heimlichen Stars sind, erfährst du hier.

Besser SEIN, wenn’s zählt

„Besser SEIN, wenn’s zählt“* von Willi Railo war das erste Sport-Mentaltraining-Buch, das ich mir als Athlet reingezogen habe.

Es ist sehr einfach geschrieben, besticht durch Praxisbeispiele und gut nachvollziehbare Übungen. Ein Highlight sind die lustigen und einladenden Illustrationen.

„Besser sein, wenn’s zählt“* ist ein Buch für Praktiker, das schon ein wenig in die Jahre gekommen und vergriffen ist. Wegen seiner Einfachheit ist es dennoch empfehlenswert – vorausgesetzt, du kannst dir noch eins in einem Antiquariat ergattern.

Biologie der Angst

Nichts fürchten Trainer und Athleten so sehr wie ihre Ängste.

Dabei können Ängste deine Entwicklung und die deiner Athleten ganz entscheidend in Gang bringen.

Der Neurobiologe Gerald Hüther hat ein geniales und unterhaltsames „Angst-Buch“ aus neurobiologischer Sicht geschrieben. Er zerlegt die Angst in ihre Bestandteile, zeigt auf, wie festgefahrene Muster und Gewohnheiten zur Sackgasse werden, was im Hirn abgeht und warum Ängste wichtig für die persönliche Entwicklung sind.

Seine bildlichen Beispiele und Geschichten waren für mich ein Lese-Genuss. Ich musste immer wieder schmunzeln. Und ich hatte etliche AHA-Erlebnisse.

Nach dieser Lektüre* siehst du die Angst in einem anderen Licht.

Mentales Training – Das Handbuch für Trainer und Sportler

Mentales Training ist Probehandeln.

Hermann Eberspächer gibt in „Mentales Training“* einen guten Überblick zum Sport-Mentaltraining. Die Theorie unterstützt er mit gut nachvollziehbaren und einleuchtenden Praxisbeispielen aus verschiedenen Sportarten. Darum kannst du es sehr gut als „Theorie-Handbuch“ einsetzen.

Ich nehme es immer wieder gerne zur Hand, um das eine oder andere aufzufrischen.

Als Praxisbegleiter für das Sport-Mentaltraining eignet es sich nur beschränkt. Dafür ist mir der Praxisteil zu mager ausgefallen.

Als Praxisbegleiter gefällt mir das folgende Buch besser:

Gut sein, wenn’s drauf ankommt

Von Top-Leistern lernen.

Obwohl Hermann Eberspächer das Buch nicht explizit für den Sport geschrieben hat, kannst du es dort sehr gut einsetzen.

Sehr gut gefällt mir das Beispiel mit der Landung auf dem Hudson River (Flug 1549). Probehandeln von Gefahrensituationen (Triebwerksausfälle etc.) gehört für Piloten zum Trainingsalltag. Damit sie für den Fall, dass eine Gefahrensituation eintritt, gerüstet sind. Das hat wenig mit Schwarzmalen zu tun.

Besonders gelungen finde ich den Teil „Mentales Training“. Schon alleine deshalb kann ich dir dieses Buch* empfehlen, denn es ist ein guter Praxisbegleiter.

Mentales Training ist das planmässige wiederholte, bewusste Sichvorstellen einer sportlichen Handlung ohne deren gleichzeitige praktische Ausführung. – Hermann Eberspächer

Arbeite klüger, nicht härter

Ich weiss, das steht hier etwas quer in der Landschaft.

Wenigstens auf den ersten Blick.

Zeit ist ein rares Gut. Vor allem für Trainer (und Athleten). Noch mehr in den Tag reinzupacken und effizienter zu arbeiten, bringt dich langfristig nicht weiter. Im Gegenteil.

Deinem Selbst- und Zeitmanagement solltest du die gleiche (oder eine höhere) Wichtigkeit geben wie einer guten Begleitung deiner Athleten und individuellen Trainingsplänen.

In seinem Buch „Arbeite klüger, nicht härter“ gibt dir mein Freund Ivan Blatter wertvolle Tipps, wie du deinen Alltag so gestalten kannst, dass du gelassen und nicht immer auf den letzten Drücker unterwegs bist.

Ivan weiss auch, dass du das Unbewusste im Boot haben musst. Ob er diese Erkenntnis bei mir geklaut hat. 😉

Nutze deine Zeit, denn sie kommt nie wieder. – Ivan Blatter

Fazit

Natürlich gibt diese Auswahl meine persönlichen Präferenzen wieder, wenn es um persönliche und mentale Stärke geht.

In meiner Arbeit hat die Persönlichkeit und das Selbstmanagement einen grossen Stellenwert. Es hilft wenig, wenn ich einem Athleten das „Visualisieren“ beibringe, wenn der Konflikt mit dem Vater (oder andere Faktoren) ihn so sehr belastet, dass er sonst nichts mehr auf die Reihe bekommt.

Trainer und Athleten mit einem guten Selbstmanagement, dem Unbewussten im Boot und einem Repertoire an mentalen Techniken sind besser, wenn’s zählt.

Ich unterstütze dich und deine Athleten gerne, damit sie gut vorbereitet sind.

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Ich bin übrigens der Meinung, dass mit mentaler Stärke alles ein wenig einfacher geht.
PPS: Und mit dem Unbewussten im Boot geht es noch besser.

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