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Du bist im Hintertreffen und haderst mit dir selbst.

Es läuft dir nicht wie gewünscht.

Die Zurufe deines Vaters und das Verhalten deines Gegners bringen dich auf die Palme. Du nervst dich und verlierst den Faden komplett.

Du kannst dein gewohntes Leistungsniveau nicht abrufen und genügst deinem Anspruch an dich selbst nicht: „Das kann es nicht sein.“

„Wenn ich jetzt versage, ist alles verloren!“ ,geht es dir durch den Kopf.

„Warum mache ich das überhaupt, so macht das doch keinen Sinn!“

Ich bin mir sicher, dass du dies oder Ähnliches auch schon erlebt hast, oder? Deine Aufmerksamkeit war in diesem Moment nicht mehr da, wo sie sein sollte, bei dir und deiner Aufgabe.

Für Top-Leistungen dürfen deine Gedanken nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft sein.

Nein.

Deine Gedanken sind nur bei dir, deiner Aufgabe und dem, was jetzt in dem Moment zu tun ist!

Natürlich braucht es auch Visionen, Ziele und Strategien, damit du langfristig erfolgreich sein kannst.

Alles zu seiner Zeit.

Wie du deine Aufmerksamkeit am besten steuerst und wie du das altbekannte Zwiebelprinzip dafür nutzen kannst, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Das Zwiebelprinzip der Aufmerksamkeit

Schau dir zuerst diese Grafik an, bevor du weiterliest

Aufmerksamkeitszirkel

Angepasst nach Eberspächer

Abhängig von der Situation durchläufst du die Schichten von innen nach aussen oder von aussen nach innen.

Stell dir vor, du bist ein Tennisspieler.

Im Entscheidungssatz liegst du bei eigenem Aufschlag 15:30 zurück. Du weisst, dass dein Gegner das Spiel nur noch nach Hause servieren muss, wenn du dieses Break kassierst.

Wo wäre deine Aufmersamkeit?

Problemfokussierte Aufmerksamkeit

Du schlägst auf. Dein erster Aufschlag segelt ins Aus. Du nervst dich über das Verhalten (eine geballte Faust) deines Gegners und die schlechten Platzbedingungen. Die Gestik und Zurufe deines Vaters sind in dem Moment alles andere als hilfreich. Das bringt dich aus dem Konzept.

Wenn du bei diesem Spielstand Schwierigkeiten hast, dich auf dich und deine Aufgabe zu fokussieren, dann kannst du dich nicht mehr voll und ganz auf deinen Aufschlag konzentrieren.

Du weisst, dass du es eigentlich besser könntest und du im Moment nur ein Schatten deiner selbst bist. „Im Training funktionierte es doch perfekt, warum kann ich mein Leistungsniveau jetzt nicht abrufen?“ Je mehr du dich mit dem, was ist und wie es sein könnte, beschäftigst, desto schlimmer wird die Situation auf dem Platz für dich.

Du setzt dich mit der möglichen Niederlage auseinander, das Kopfkino läuft auf Hochtouren und du denkst an die möglichen Konsequenzen deines Ausscheidens. Das Turnier wäre für dich beendet, bevor es richtig begonnen hat.

„Macht dieser Trainingsaufwand überhaupt noch Sinn, wenn ich es ohnehin nicht auf die Reihe bekomme?“, geht es dir durch den Kopf.

Wenn der Wurm drin ist und die Probleme beginnen, dann lenken dich Störfaktoren in deinem Umfeld ab, du beginnst, mit deiner Leistung zu hadern, denkst über Konsequenzen nach (Platz in der Mannschaft verlieren, nicht für das nächste Turnier aufgeboten werden etc.) und du stellst dir am Ende sogar die Frage nach dem Sinn deines Tuns.

Was passiert dann? Deine Motivation sinkt in den Keller und das Spiel ist gelaufen, die Bälle fliegen dir nur noch um die Ohren.

Spass macht das nicht.

Leistungsfokussierte Aufmerksamkeit

Du schlägst auf, dein Aufschlag landet knapp neben der Linie. Du gehst dein Ritual (16-Sekunden-Kur nach Loehr) durch, fokussierst dich auf den zweiten Aufschlag und du machst den Punkt: 30:30

Es ist wieder alles offen.

Warum?

In diesem Moment galt die Aufmerksamkeit nur deinem Aufschlag. Du hast das gemacht, was du kannst und dich auf deine Automatismen verlassen. Du hast dich mit viel Selbstvertrauen voll „reingehängt“.

Du hast die Kultur des Augenblicks gelebt.

Störfaktoren dringen in diesem Moment nicht zu dir durch. Das erlaubt es dir, dein bestes Tennis zu spielen.

Top-Performer fokussieren ihre Aufmerksamkeit auf das, was jetzt in diesem Moment zu tun ist.

Gedanken wie „Was wäre wenn …“ haben bei ihnen keinen Platz. Und wenn diese Gedanken dennoch auftauchen, haben sie mentale Strategien bereit, damit sie ihren Fokus wieder in die richtige Richtung lenken.

Damit du so weit kommst und dich im Wettkampf nur in den ersten zwei bis maximal zum dritten Zirkel bewegst, braucht es ein wenig Training und Vorbereitung.

Dafür eignet sich der umgekehrte Weg. Du kannst das sehr gut für deine langfristige Entwicklung einsetzen oder in der Vorwettkampf-Phase als Teil deiner mentalen Vorbereitung.

Wichtiges vorher klären

Die Frage nach dem Sinn kannst du dir schon im Training und vor einem Wettkampf stellen.

Was ist deine Motivation für das tägliche Training?

Was gefällt dir an deiner Sportart?

Machst du das aus freien Stücken oder weil andere es von dir erwarten?

Hast du Freude und Spass an Wettkämpfen?

Liebst du die Herausforderung, die Gemeinschaft, den Kampf Mann gegen Mann oder liebst du es, weil du dich frei fühlst?

Die Motivation fürs tägliche Training und für Wettkämpfe ist so unterschiedlich wie die Persönlichkeit der Athleten.

Entscheidend ist, dass es für dich Sinn macht und du (meistens) mit Spass dabei bist.

Du kannst dir auch ausmalen, welche Konsequenzen dein Training und dein Einsatz haben. Vielleicht bringt es dich an ein Major Turnier oder an Olympische Spiele. Oder du überlegst dir für das nächste Turnier, was ein Sieg oder eine Niederlage für dich bedeutet.

Manchmal verlierst du, manchmal gewinnst du. Es ist auch denkbar, dass du in einem Turnier dein bestes Tennis (oder was auch immer deine Sportart ist) abrufst und dein Gegner besser spielt. Auch dann darfst du deine und die Leistung des Gegners würdigen und anerkennen. Ein Loser bist du deshalb nicht.

Du weisst, wo dein aktuelles Leistungsniveau ist und wo du hin möchtest.

Abhängig von deinen Zielen solltest du auch dein Umfeld so gestalten, dass Top-Leistungen möglich sind. Ziemlich sicher weisst du schon, was du brauchst, damit du dich wohl fühlst. Dir ist auch bewusst, welche Störfaktoren deine Leistung negativ beeinflussen.

Schaffe dir ein leistungsförderliches Umfeld und lerne, mit den Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst, umzugehen. Deine Eltern und Trainer unterstützen dich bestimmt gerne dabei.

Mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Umfeld kannst du dich voll und ganz auf deine Aufgabe fokussieren.

Fazit

Bereite dich gut vor und entscheide, was für dich wichtig ist. Danach richtet sich deine Aufmerksamkeit.

In einem wichtigen Wettkampf bewegst du dich nur in den ersten zwei bis maximal drei Zirkeln.

Du bist nur bei dir und dem, was jetzt in dem Moment zu tun ist! Deine beste Leistung abzurufen. Automatisch.

Denke immer daran, dass es nur eine wichtige Zeit gibt: Heute. Hier. Jetzt. – Tolstoi

Oder wartest du wie viele Athleten auf den perfekten Wettkampf?

Der perfekte Wettkampf wird nie kommen. Der perfekte Wettkampf ist der Wettkampf, den du dazu machst!

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

 

 

 

 

 

 

 

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