Soll ich oder soll ich nicht? Interessiert das überhaupt jemanden? Bin ich wirklich gut genug? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der sich solche Fragen stellt.

Die Angst, nicht gut genug zu sein, macht sich auch bei mir immer wieder breit.

Als ich im letzten November das erste Mal auf dem Blog von Ivan Blatter, dem Personal Trainer für neues Zeitmanagement, war, dachte ich mir: Das ist cool, so etwas will ich auch. Das Problem: Ich konnte nicht schreiben, hatte keine Ahnung von Technik und vor allem keinen Plan.

Über einen Link von Ivan Blatter habe ich den Blog von Markus Cerenak entdeckt. Der hat mich sofort angesprochen. Der Hamsterradrebell hatte etwas, das ich nicht hatte. Einen gut gehenden Blog, eine tolle Schreibstimme, ein Thema, das für mich sehr präsent war, und Know-how. Ich war angefixt 😉

Innert kurzer Zeit hat er sein Lifestyle Business aufgebaut und hilft jetzt anderen dabei, das Gleiche zu tun. Aufgrund seiner Erfahrung wusste er, wovon er spricht.

Perfektionismus und Angst

Insofern war es für mich naheliegend, dass ich ihn kontaktierte. Ich vereinbarte mit ihm im letzten November einen Termin für ein „Blog Coaching“ in Wien.

Dass ich nach seinem Coaching voller Tatendrang gewesen bin, wäre gelogen. Mir war klar, in welche Richtung es gehen sollte. Ich hatte jedoch Mühe zu formulieren und auf Papier zu bringen, was alles in meinem Kopf herumschwirrte. Und da war noch etwas anderes, das nicht nur unbewusst mitgeschwungen hat.

Meine Versagensängste.

Wie soll das gehen? Meine Schulaufsätze waren immer übersät mit roter Farbe. Meine Orthografie zum Abwinken und mein aktiver Wortschatz nicht auf dem Niveau eines guten Journalisten. Warum sollte ich schreiben, wenn ich das nicht kann? Wer wird das lesen? Wie komme ich zu meinen Lesern? Das war mehr als ein bisschen mentaler Stress.

Auf die Empfehlung von Markus habe ich begonnen, (fast) täglich 500 Wörter zu schreiben. Wenn das Blatt zu lange leer geblieben ist, habe ich mich in die Technik geflüchtet und am „Blogdesign“ gearbeitet, Plug-ins installiert und ein wenig mit WordPress herumgespielt.

Eine super Vermeidungsstrategie, die vor allem eines zeigte: Ich hatte Angst!

Mein Blog sollte ja von Anfang an perfekt sein. Irgendwie hatte ich zu dem Zeitpunkt vergessen, dass es nicht möglich ist, auf Olympianiveau einzusteigen. Als Sportler habe ich auch auf regionalem Niveau begonnen und mich Schritt für Schritt entwickelt.

Bei Blogs ist das nicht anders. Da steckt immer eine Menge (Vor-)Arbeit und Training dahinter. Selbst wenn dir viele etwas anderes erzählen. Genauso ist es im Sport.

Los geht’s

Nach meinem Termin mit Markus hat es noch fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich Ende März meine ersten Blogartikel veröffentlichte.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist mir einigermassen klargeworden, was ich will und in welche Richtung es gehen soll, wie oft ich meine Artikel veröffentlichen will und wie ich meine Blogartikel visualisieren möchte.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Ivan für den Link zum Hamsterradrebell Markus bedanken. Du hast die Initialzündung bei mir ausgelöst. Herzlichen Dank, Markus, für deine Unterstützung, deine Geduld und die kritischen Fragen. Ich habe das sehr geschätzt.

Und dann gibt es noch einen ganz genialen Künstler und Zeichner, der meinem Blog das visuelle Gesicht gegeben hat und mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert: Thomas Alwin Müller. Ich freue mich jede Woche wie ein kleines Kind, wenn das neue Artikelbild mit meiner eigenen Figur „Jubis“ bei mir eintrifft.

Ich schätze die unkomplizierte und kreative Zusammenarbeit mit dir, die oft ohne viele Worte auskommt. Herzlichen Dank, Thomas, für die genialen Bilder, die super Zusammenarbeit und dass du meine Artikel so fleissig teilst.

Als ich dann am 28. März 2015 den Knopf zum Veröffentlichen drückte … war sie wieder da, meine Angst.

Interessiert das jemanden? Was ist, wenn ich jemandem auf die Füsse trete? Kann ich jede Woche einen Artikel schreiben? Was passiert, wenn dieses, jenes etc.?

In meinem Kopf sind die wildesten Filme abgelaufen. Und haben sich meine Versagensängste bestätigt? Nein!

Natürlich habe ich Feedback bekommen, das kritisch war. Und das ist gut so. Das hilft mir, mich zu entwickeln.

Am meisten freute ich mich über positive Rückmeldungen zu meinem Blog.

Erstmal ein Kompliment zu deiner Seite. Ich finde die ziemlich cool. Wenn ich selbst Leute unterstützen wollte, hätte ich versucht, es genauso zu machen. – Nachwuchsathletin

Du hast einen wunderbar leichten Schreibstil. Als ich Deine Worte las, dachte ich: Endlich mal einer, der nicht laut ist, auf die Pauke haut und sanft seine Worte gleiten lässt … Hört sich sicherlich seltsam an, aber als Psycho nerven mich diese Tschakka-Seiten, die einem alles versprechen und an Maniker erinnern. – Psychologin

Jetzt habe ich schon so manchen Deiner Beiträge gelesen und heute ist es nun soweit. Dir sei ein fettes Dankeschön gesagt. Ich mag die Art, wie Du schreibst, und ich freue mich immer auf neue Artikel von Dir. – Bloggerin, Coach

Deine Sicht der Dinge finde ich einfach cool! – Sportpsychologe

Und ich dachte, ich kann nicht schreiben oder es interessiert niemanden.

To be honest: Natürlich möchte ich meinen Schreibstil weiterentwickeln, verfeinern, noch bildlicher schreiben und mehr Besucher haben. Und Artikel schreiben, die dich aus den Socken hauen 😉 Ich trainiere weiter.

An dieser Stelle darf natürlich Katrin Mallener nicht fehlen. Meine Lektorin gibt mir immer wieder Tipps, wie ich Dinge anders oder treffender formulieren kann. Meine Schweizerdeutschen Ausdrücke bringen sie manchmal zum Schmunzeln. Herzlichen Dank, Katrin, für deine super Arbeit. Du bist ein Goldschatz.

Beste Empfehlung

Trotz meiner Versagensgsängste ist es die beste Empfehlung gewesen, mit dem Bloggen zu beginnen. Meine Ziele habe ich nicht ganz erreicht. Ich habe mir zu viel vorgenommen und mich verzettelt. Vor allem habe ich den Aufwand, wöchentlich einen Artikel zu veröffentlichen, unterschätzt.

Ich wollte in diesem Jahr noch ein Freebie (Lead Magnet), ein kostenpflichtiges Online-Training und einen Podcast produzieren. Das habe ich nicht geschafft. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Durch das Bloggen und die Sichtbarkeitschallenge von Christina Emmer bin ich in Kontakt mit einigen tollen Persönlichkeiten gekommen. Daraus haben sich ein paar tolle Kontakte ergeben.

Danke an Christina Wenz, Florian Kaminski und Julia Lange für eure Gastartikel. Und auch ein grosses Danke an Elke Dola – sie hat eine mega Schreibstimme – für den regen Austausch.

Besonders habe ich mich gefreut, dass ich bei running.Coach und Fabian Bünker Gastartikel schreiben konnte. Dass ich als Frischling auf dem Affenblog vom Oberaffen Vladislav Melnik einen Gastartikel publizieren durfte, war für mich ein besonderes Highlight! Herzlichen Dank, Vladi!!

Neues Jahr, neue Ziele

Auf das Jahr 2016 freue ich mich sehr. Ich werde ein wenig mehr Zeit zur Verfügung haben als im letzten Jahr. Das gibt Luft für Neues und Projekte, die ich 2015 nicht realisieren konnte.

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Online-Training

Im letzten Jahr kam ich in Kontakt mit Simone Weissenbach. Daraus entwickelte sich ein guter Austausch. Schon alleine mit ihrem Bayrischen Dialekt hat sie bei mir einen Stein im Brett.

Weil Sportler (und andere auch) oft wenig Zeit haben, entstand bei mir die Idee von einem kostenpflichtigen Online-Training. Um das alleine durchziehen zu können, fehlt mir jedoch die Expertise und die Erfahrung. Darum habe ich Simone kontaktiert.

Nach ein paar Gesprächen, E-Mails und Fragen ist ein cooles Konzept entstanden. Leider erlaubte es die Zeit nicht, das 2015 richtig in Angriff zu nehmen. Deshalb hatte ich das Projekt vorerst auf Eis gelegt.

Im Januar wird es wieder aufgenommen und Schritt für Schritt vorwärts gebracht. Ich freue mich auf ein Online-Training, das es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat.

Mehr zum Training und zum Starttermin werde ich dir in meinem Newsletter verraten.

Podcast

Podcasts haben es mir besonders angetan. Ich höre selbst sehr gerne Podcasts. Mir haben Athleten gesagt, dass sie nicht so gerne lesen und lieber Podcasts hören. Also muss ein Podcast her.

Darum lag es auf der Hand, dass ich Gordon Schonwälder – den mit der geilen Stimme – kontaktierte. Mit seinem Online-Kurs habe ich mich in die Materie eingearbeitet. Und dann war sie wieder da, die Versagensangst.

Ich atme falsch, spreche monoton, wenig packend und meine Intonation kann noch besser sein. Was tun? Üben?

Mit dem Podcast stehe ich am gleichen Punkt wie mit meinem Blog vor einem Jahr. D.h., ich muss üben, üben und meine Stimme entwickeln. Und ich werde es schaffen.

Ich weiss mittlerweile durch motivierendes Feedback von Freunden, dass ich eine angenehme Stimme habe. Das ist ideal für einen Podcast. Du darfst also gespannt sein.

Freebie (Lead Magnet)

Das ist eigentlich schon lange überfällig. Ich wusste jedoch lange nicht –soviel zum Thema „planlos“ – was ich dir als Freebie anbieten möchte. Es soll dir ja einen Nutzen bringen.

Ein Freebie ist ein kostenloses „Goodie“, das Newsletterabonnenten bei ihrer Anmeldung bekommen.

Bei einem gemeinsamen Kaffee mit Ivan Blatter in Basel hat er mir einen guten Tipp gegeben: Ein „Audio-Freebie“. Die Idee gefällt mir gut. Das Konzept dafür steht. Jetzt darf ich es noch ausarbeiten und aufnehmen.

Wenn da nur nicht meine Stimme wäre. 😉

Keine Angst. Es kommt. Das wird noch vor dem Podcast ausgeliefert, auch wenn es nicht von Anfang an perfekt sein wird.

Fazit

Dieser Artikel ist Teil der Blogparaden „2015: Beste Empfehlungen“ von Sabine Piarry und  „2016 – Was bleibt, was kommt“ von Marit Alke.

Das Jahr 2015 war für mich ein sehr ereignisreiches Jahr, in dem ich mich auch ein wenig übernommen habe. Es zeigte mir jedoch etwas sehr gut: Für was mein Herz schlägt, was ich gerne tue und was mir wichtig ist.

Ängste und Versagensängste gehören dazu, wenn du etwas Neues wagst. Wenn du das tust, lernst du immer etwas. Egal, wie es ausgeht.

Ich wage es! Und ich freue mich auch in Zukunft auf tolle Projekte und die Zusammenarbeit mit tollen Leuten.

Eine Person weiss noch gar nicht, was sie bei mir ausgelöst hat. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie diesen Artikel lesen wird.

„Ist dir eigentlich bewusst, dass du immer wieder auf die Nachwuchsathleten zu sprechen kommst? Dabei beginnen deine Augen zu leuchten“,

sagte Bernadette in einem Gespräch zu mir.

Danke, „Sunshine“, dass du mir das so schön vor Augen geführt hast. Das hat mich sehr berührt und bestärkt.

Ist es nicht genial, wenn du mit einem Leuchten in den Augen das machen kannst, wofür dein Herz schlägt? Dann hast du das Unbewusste im Boot!

Für was schlägt dein Herz und wann leuchten deine Augen?

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Ich bin übrigens der Meinung, dass mit dem Unbewussten im Boot alles ein wenig einfacher geht.

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